Die erste Produktionsreise der Saison 2004 führt uns für eine Woche nach Sardinien, der zweitgrößten Insel im Mittelmeer. Während der Norden Sardiniens sehr stark touristisch erschlossen ist, führt der abgelegene Südwesten ein ausgesprochenes Schattendasein. Obwohl es dort eigentlich alles gibt, was der Tourist sich wünscht: wunderschöne, einsame Sandstrände, ein malerisches Bergland und ursprüngliche Dörfer und Städte. Aber um so besser für uns, so stört uns dort wenigstens niemand!
Unser Weg führt auch in ein fast völlig unbekanntes Kapitel der Geschichte dieser Insel: Bergbau! Seit der frühen Antike war Sardinien eines der ergiebigsten Abbaugebiete für Kohle und Erz in ganz Italien. Erst im Lauf des 20. Jahrhunderts wurde der Bergbau in den allermeisten Fällen eingestellt, weil er nicht mehr rentabel war - übrig blieben Ruinen von Bergwerken, die heute in unterschiedlichsten Stadien des Verfalls ein Bild morbider Romantik bieten. Während einer Reise zur Locationsuche im vorigen Jahr habe ich gleich mehrere davon gefunden, die einen wunderbaren Rahmen für unsere Mädchen abgeben sollten!
Bei der Planung dieser Produktion habe ich die
Erfahrungen von meiner Reise nach Spanien im
vergangenen Jahr berücksichtigt: Hobbyfotografen
sind diesmal nicht dabei, weil sie doch zu sehr
gestört haben. Dafür hat sich die parallele Produktion von Videoaufnahmen zusätzlich zu meinen
Fotos sehr bewährt, so dass Marek, mein Kameramann und Produzent, auch diesmal wieder mit
dabei ist. Mehr noch: Er hat mit Michael einen
zweiten Kameramann mit dabei, um alle Szenen
mit zwei Kameras gleichzeitig zu filmen, wie es bei
professionellen Filmproduktionen üblich ist. Die
verschiedenen Perspektiven werden für den
späteren Schnitt viel bessere Möglichkeiten bieten
und das Ergebnis entscheidend verbessern. Neu ist
außerdem, dass ich erstmals einen Assistenten
dabei habe, Jan aus Dresden. Er soll mich nicht nur
mit organisatorischen Dingen wie Einkaufen oder
Autofahren entlasten, ich kann mit seiner Hilfe auch
erstmals mit professionellen Lichtreflektoren
arbeiten, die ein viel besseres Licht geben als mein
Blitzgerät, auf das ich sonst angewiesen wäre.
Als Unterkunft habe ich diesmal ein Haus gemietet,
in der Nähe von Cagliari im Süden der Insel. Das ist
etwas billiger als ein Hotel und sollte gut für die
Stimmung sein. Wie im letzten Jahr sind auch
diesmal vier Models und eine Visagistin gebucht.
Nach Monaten der Vorbereitung geht es in der
letzten Maiwoche endlich los!
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